Ohne Schnick & Schnack | Dem Kind Freiraum geben – als Mutter loslassen
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Dem Kind Freiraum geben – als Mutter loslassen

Das ist wahrscheinlich das Thema der meisten Mütter, aber meins auch ganz besonders. Loslassen muss ich lernen… immer noch… im Job, im Leben, in der Ehe und vor allem beim meinem Kind. Als vergleichbare späte Mutter (finde ich… ich war 37, als unser Sprössling geboren wurde) habe ich, so glaube ich zu wissen, einen besonderen Blick auf mein Kind.

Mein Mann ist zehn Jahre älter als ich. Er auch. Man ist nicht mehr so entspannt wie mit Anfang 20. Wir können ihm wesentlich mehr zutrauen, denn er ist ein aufgewecktes, energievolles, kleines Bürschchen.

Sind wir wirklich Helicopter-Eltern?

Manche behaupten, wir wären Helicopter-Eltern. Wir achten (zu) sehr auf unser Kind und überwachen es. Hmh, ich tue mich da schwer mit dieser Beschreibung bzw. Zuordnung. Einerseits sind wir es bestimmt (bedingt durch das Alter und die Medien), andererseits nicht. Er darf sich vollmatschen, bis der Dreck aus den Ohren kommt – wir sind beide auch so aufgewachsen – auf der Straße und bei den Großeltern auf dem Hof, aber Ihr bei uns wollen wir ihn im Blick haben. Gut im Blick haben – wenn er draußen unterwegs ist.

Wir schauen zu viel „schlechte“ Filme und viel zu viele Krimis im Fernsehen. Der „Tatort“ am letzten Sonntag hat mir wieder Recht gegeben. Vielleicht sollte man sich davon lösen und es wie mit den Kindern halten. Weniger Fernsehen ist besser, aber die Berieselung am Abend tut auch gut, wenn man den ganzen Tag 100 Prozent und mehr gegeben hat.

Wo fängt der Freiraum an und hört er auf?

Aber immer nur mit ihm spielen und aufeinanderhängen, wollen wir auch nicht. Wir wollen ihn zu einem eigenständigen, reflektierenden, selbstbewussten Mann erziehen. Und einige Maßnahmen laufen da schon an.

Das geht los, dass er abends seine Sachen für den nächsten Tag rauslegen soll, damit es morgens vielleicht eine Minute schneller geht. Morgens ist echt Trödelei angesagt und wehe, ich habe einen Termin, dann dauert es irgendwie (aus Protest oder keine Ahnung warum) noch länger. Es finden regelmäßig Diskussionen statt, dass ich beim Anziehen helfen soll, obwohl er das eigentlich allein kann. Dann sitzt er mehr oder weniger zwischen meinen Füßen unterm Waschbecken. Ich stehe noch nass aus der Dusche da und weiß grad selbst nicht, wo ich mit mir hinsoll. Aaah, da bin ich manchmal schon durchgeschwitzt, bevor ich mich selbst angezogen habe.

Er kümmert sich oft um das Futter für unsere Hündin. Das heißt, er geht allein in den Keller, holt einen Becher voll und gibt ihr dann die Portion. Und er findet es toll, solch eine verantwortungsvolle Aufgabe zu haben. Wir lassen ihn aber auch, wenn er mal einen Tag nicht will. Es ist kein Zwang.

Allein spielen – zusammen spielen

Inzwischen spielt er auch mal einige Zeit allein oben in seinem Zimmer. Aber oft möchte er, dass wir dabei sind. Ich merke, dass er die Nähe sucht. Das fällt mir manchmal etwas schwerer als meinem Mann. Ich kann ja nicht so mit Autos und Piraten. Und spiele ich nach Aussagen meines Sohnes falsch. Er hat so seine eigenen Ideen, wie die Autos durch die Gegend cruisen, wie man das ein oder andere Spiel spielt und was man sonst noch so in seinem Zimmer machen kann.

Also sitze ich meistens ein paar Minuten bei ihm und frage etwas herum. So erfahre ich dann auch immer noch ein paar Sachen aus der Kita. Und dann fange ich an, etwas auf- oder umzuräumen, vielleicht mal das ein oder andere Regal abzuwischen, die Tiere neu hinzustellen, die Bücher zu sortieren, kleine Sachen aus dem Kleidungsschrank auszuräumen… irgendetwas findet sich immer. Und so spielt er allein, wir sind zusammen und das Wohnzimmer bleibt verschont und halbwegs aufgeräumt. Wir versuchen, zu unterstützen und nicht zu viel einzugreifen.

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