Ohne Schnick & Schnack | Hilfe, mein Kind geht zur Schule
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Hilfe, mein Kind geht zur Schule

Seit etwas mehr als einem halben Jahr geht unser Sohn zur Schule. Zwischendurch habe ich schon darüber berichtet, denn er ist ja auch Linkshänder wie etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung. 

Und inzwischen haben wir uns an den Schulalltag gewöhnt, mit allem was dazugehört. Streitigkeiten über die Hausaufgaben, kaputte Hosen vom Fußballplatz, Prügeleien auf dem Pausenhof und stärkere Verletzungen als im Kindergarten. Die Welt wird von einem auf den anderen Tag etwas härter und brutaler. 

Entscheidung für die Schulwahl

Als es darum ging, auf welche Schule unser Kind damals kommen sollte, war es keine Diskussion, dass er gleich auf die Schule neben der Kita kommt. Wir wohnen im Einzugsgebiet und wir haben dies nicht hinterfragt, denn das „System“ hat gleich dafür gesorgt, dass er dorthin kommt. Aber wir hatten auch unsere Gründe. Es ist die dichteste und wir haben es auch nicht in Frage gestellt. Denn der Schulweg beträgt etwa 100 Meter. Wir haben gedacht, dass er allein oder mit Nachbarskindern dorthin gehen kann und natürlich auch nach Hause kommen kann. Er wird ja viel selbständiger, wir müssen ihm mehr Freiraum geben. Und natürlich geht er mit seinen besten Freunden aus der Nachbarschaft und der Kita dorthin. Er hat dort ganz tolle Freunde und auch Freundinnen, mit denen er viel Spaß in der Schule, während der Hortzeit und auch in der Freizeit hat. Wir haben die Leitlinien der Schule nicht hinterfragt. Es geht ja schließlich nur um die Grundschule. 

Zwischen den Zeilen lesen

Am Tag der offenen Tür und auch während der Elternabende hatten wir ein gutes Gefühl, denn die Kinder können sich dort „frei“ entfalten. Übersetzt heißt das, die richtig guten werden weiter gefördert. Denn auch die Kinder, die „die Bibel bereits von hinten nach vorn lesen können“, werden weiter gefördert. (Frage: Muss man die fördern oder haben diese bereits schon verstanden, dass sie dann allein lesen können?) Und was klar ist, die Kinder, die nichts auf die Reihe kriegen, werden auch unterstützt. 

Was ist das Beste für mein Kind?

Aber was ist mit denen, die so vor sich im Mittelfeld schwimmen – aus welchen Gründen auch immer? Mein Kind ist so eins, denn wir arbeiten viel zusammen. Wir rechnen und schreiben und lesen jeden Tag, auch am Wochenende und auch an einigen Tagen in den Ferien. Aber nicht, weil unser Kind das möchte. Denn mein Kind arbeitet in seinem Rhythmus in der Schule und das bedeutet, gar nicht. Was macht er dort den ganzen Tag? Ich weiß es nicht. Er sagt, er kann sich nicht konzentrieren. Er sitzt mit Kopfhörern auf den Ohren im Unterricht und kann immer noch nicht schreiben, weil es immer noch zu laut ist.

Wenn ich die Schulsachen konzentriere, hat er drei Worte geschrieben oder vier Aufgaben gelöst… nicht in einer Stunde, sondern an einem Schulvormittag. Rechne ich mit ihm, löst er eine Seite in zehn Minuten. Okay, Schreiben ist er nicht gewöhnt und mag er nicht. Wenn ich daneben sitze und aufpasse, kriegt er das auch gut hin. Also, warum klappt das nicht in der Schule?

Und jetzt fühle ich mich in der Misere, weil ich das beste für mein Kind möchte. Ich möchte, dass er lernt zu lernen, dass er die besten Voraussetzungen für die nächste Schule bekommt (welche es auch immer sein wird. Und nein, es muss nicht das Gymnasium sein, es darf es aber sein, wenn er es möchte). Und ich frage, was ist hier meine Aufgabe als Mutter?

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